In der Öffentlichkeit hat das Bewusstsein für HIV bzw. Aids leider sehr stark abgenommen, was angesichts der Gefahren und Probleme, die diese Krankheit verursacht, nicht sein darf!
Die Gefahr, sich mit HIV zu infizieren, ist in Deutschland immer noch sehr hoch. Laut Robert-Koch-Institut leben in Deutschland ca. 70.000 Menschen mit HIV und Aids und im Jahr 2010 haben sich genauso wie im Vorjahr rund 3.000 Menschen neu infiziert. Für Hamburg beläuft sich nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (Ende 2011) die Zahl der infizierten Menschen auf ca. 5.600, allein 200 Neuinfektionen dürften in diesem Jahr dazukommen.
Mittlerweile hat der medizinische Fortschritt zwar dazu geführt, dass man mit HIV / Aids eine deutlich höhere Lebenserwartung hat, jedoch kämpft die Medizin mit immer neuen Virusstämmen, die eine immer höhere Widerstandskraft entwickeln. Damit bleibt Aids eine nicht heilbare, eine tödliche Krankheit. Trotzdem hat sich gerade bei jungen Menschen der Irrglaube verbreitet, sie sei heilbar. Nur noch 38 Prozent der 16 bis 20-Jährigen glauben gar, dass HIV / Aids eine gefährliche Krankheit sei.
Aus diesen Gründen kommt dem Welt-Aids-Tag eine solch große Bedeutung zu. Bereits der erste Welt-Aids-Tag, der 1988 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen wurde, sollte dazu dienen, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen und Solidarität mit den Betroffenen und ihren Angehörigen zu zeigen. Gleichzeitig sollte er aber auch Verantwortliche in der Politik, Wirtschaft und den Medien daran erinnern, engagiert gegen die Ausbreitung von HIV / Aids vorzugehen und den Betroffenen zu helfen.
Als Sozialdemokraten nehmen wir unsere Verantwortung in Hamburg sehr ernst. Mit unserem Antrag „Hamburg 2020: Stärkung der HIV/Aids-Prävention und Gesundheitsförderung“ zum Haushaltsplan-Entwurf 2011/2012 hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion beispielsweise dafür gesorgt, dass die Einsparbeschlüsse des schwarz-grünen Vorgängersenats korrigiert wurden, damit diese ihre Arbeit in Zukunft erfolgreich fortsetzen zu können. Aber auch die Bundespolitik ist hier gefordert! Leider haben die unsolidarische Gesundheitsreform der schwarz-gelben Bundesregierung und ihre unsozialen Kürzungen bei Arbeitsmarktprogrammen zu einer Verschlechterung der Situation von HIV / Aids infizierter Menschen geführt. Das darf nicht sein!
Heute engagieren sich viele tausend Menschen ehrenamtlich in Selbsthilfegruppen, Hospizen und Aids-Hilfen, um infizierten Menschen und ihren Angehören zu helfen. Ihnen gilt an diesem Tag unser Dank! In Gedanken bin ich bei unseren erkrankten und verstorbenen Mitmenschen, ihren Familien und Freunden.