Im Wahlkreis

Stadtteilgespräch 11. August 2011: “Der ETV – gestern und heute!”

Gemeinsam mit Andreas Dressel, dem Vorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion, und Frank Fechner, dem Vorsitzenden des ETV, hatte ich am 11. August 2011 interessierte Bürger zu einem Stadtteilgespräch in die Räumlichkeiten des ETV eingeladen. Die Aufarbeitung der Vergangenheit des Sportvereins während des Nationalsozialismus sowie aktuelle Vereinsentwicklungen bildeten hierbei den inhaltlichen Rahmen.

In regelmäßigen Abständen sah sich der ETV in den letzten Jahren mit den dunklen Kapiteln seiner Vergangenheit konfrontiert. Gerade die Turnerkreuze an der Außenfassade des Vereinsgebäudes, der Gedenkstein „für die gefallenen Kameraden“ vor dem Haus wie auch die Verstrickung der früheren Vereinsfunktionäre August Bosse und Robert Finn ins NS-System sind immer wieder Auslöser für öffentliche Diskussionen gewesen. Leider kam hierbei vielfach zu kurz, dass der ETV zu seiner historischen und moralischen Verantwortung steht! Der Verein hat sich intensiv mit seiner Geschichte auseinander gesetzt und diese von unabhängigen Historikern aufarbeiten lassen. „Wir haben heute über 4.500 Kinder und Jugendliche in unserem Verein und gerade ihnen gegenüber sind wir zu Wahrhaftigkeit und Klarheit im Umgang mit der Vergangenheit verpflichtet,“ so der Vereinsvorsitzende Frank Fechner. „Der ETV nimmt seine Aufgabe als demokratischer Verein, Diskriminierung entgegen zu treten, ernst. Das geht nur, wenn wir uns auch kritisch mit unserer Geschichte auseinander setzen.“

Aber auch die Sportstättenqualität, die Sportentwicklungsplanung und andere sportpolitische Fragen waren Themen des Abends. Sport leistet vorbildliche Bildungsarbeit, lehrt soziale Verantwortung und dient gleichzeitig dem präventiven Gesundheitsschutz. Mit seinen rund 12.000 Mitgliedern ist der ETV heute einer der größten deutschen Sportvereine. Aber Größe braucht seinen Platz! Und so entwickelte sich die Erweiterung der Sportflächen auf dem Gebiet des ehemaligen Elim-Krankenhauses auch zum zentralen Thema des Abends. Über den aktuellen Stand des Projektes gab Maria Theis, die stellvertretende Geschäftsführerin des Agaplesion Diakonieklinikums Hamburg, Auskunft.

Bei einer anschließenden Ortsbegehung konnte ich mich mir ein Bild über den Stand aller bisherigen Baumaßnahmen machen. Hierbei wurde ich auf zwei Planungsmängel des Diakonieklinikums Hamburg aufmerksam gemacht. So wurde die Zu- und Abfahrtsrampe an der Notaufnahme an der Hohen Weide einerseits so hergestellt, dass ein 90 Grad-Winkel zur Straße entstanden ist. Da jedoch Einsatzfahrzeugen große Kastenfahrzeuge sind, hat sich dies als wirkliches Problem erwiesen. Andererseits kommt es an der Notaufnahme häufig zu einem Stau, da es hier nicht ausreichend Parkmöglichkeiten gibt.

Hier ist Handlungsbedarf gefordert!

schaefer.jpg

Steine gegen das Vergessen – Erinnerungen an ermordete Hamburger Bürger!

Seit 1995 erinnert der Kölner Künstler Günther Demnig mit seinem Projekt „Stolpersteine“ durch kleine Gedenksteine im Trottoir an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft vor ihren damaligen Wohnhäusern. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist,“ so der Künstler. Seinem Erinnerungsprojekt haben sich seitdem zahlreiche Initiativen in verschiedenen Städten und Ländern angeschlossen. Im Sommer 2002 hat Peter Hess das Projekt nach Hamburg geholt, wo seither über 3.000 Stolpersteine verlegt wurden. Mittlerweile befinden sich in über 500 deutschen Städten solche kleinen Gedenksteine.

Ich schätze das Projekt von Günther Demnig sehr. Im Gegensatz zu großen und zentralen Erinnerungsorten ermöglichen Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern verfolgter und ermordeter Menschen ein persönlicheres und vielleicht lebendigeres Gedenken an den einzelnen Menschen. Gleichzeitig denke ich, dass die Stolpersteine deutlich zeigen, wie sehr die Schrecken des nationalsozialistischen Unrechtsregimes zum Alltag der Menschen gehörten.

Aus diesem Grunde habe ich mit der Bürgerschaftsabgeordneten Dorothee Stapelfeld die Patenschaft für den Stolperstein für Wilhelm Clasen in der Bundesstraße 95 und für die Stolpersteine für Herbert und Frieda Frank in der Agarthenstraße 3 übernommen. Mit der Verlegung der Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern dieser Menschen, wollten wir ein Zeichen der Erinnerung setzen, damit diese Menschen und ihr Leid nicht vergessen werden.

Falls Sie mehr über das Leben von Wilhelm Clasen und Herbert und Frieda Frank erfahren wollen, klicken Sie bitte hier:
Biographie Wilhelm Clasen
Biographie Herbert und Frieda Frank

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wir nicht veröffentlicht

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>